Nachdem Kapitän Ahab im Kampf mit einem Wal sein Bein verlor, sinnt er auf Rache. Dafür riskiert er seinen Verstand, sein Leben und seine Mannschaft. Play Moby Dick zeigt die poetische und furiose Erzählung der Jagd auf den weißen Wal als soziales Experiment. Der fanatische Kapitän Ahab, der schwärmerische Matrose Ismael und der legendäre Wal Moby durchleben ihre berühmte Geschichte seit Ewigkeiten wieder und wieder – und wollen endlich ausbrechen. Aber kann man seine Rolle verändern und die Entwicklung einer der dramatischsten Tragödien auf dem Meer verhindern? Wenn Ahab seine Verletzung als Verteidigung des Wals begreift, wenn Ismael für die Mannschaft eintritt, wenn der Wal Verständnis für den Jäger entwickelt, wäre ein anderes Schicksal möglich. Oder steuern sie trotz allem unaufhaltsam auf das tödliche Ende zu?

Die verschiedenen Erzählperspektiven, das Hinterfragen von Hierarchien und Aufzeigen von alternativen Handlungsmöglichkeiten, die in Herman Melvilles epischem Roman angelegt sind, haben Carla Niewöhner zu dessen Umsetzung als szenische Endlosschleife mit Fluchten inspiriert, unterstrichen von Sarai Feuerherdts roher Bühnenkonstruktion mit kontrastreicher Lichtdramaturgie. Das klaustrophobische Buddy-Road-Movie auf hoher See untersucht anhand von drei zentralen Figuren Rollenbilder, Sichtweisen, soziale Muster und Dynamiken und damit Fragestellungen, mit denen wir im alltäglichen Leben immer wieder konfrontiert werden.

PRESSESTIMMEN:

„Das Spiel anders spielen. Das Festgeschriebene umschreiben. Dem Schicksal  ein Schnippchen schlagen. Den Leviathan an Bord holen. […] Eine Inszenierung, die Herman Melvilles berühmten, meereswelt epischen Roman als ‚soziales Experiment‘ in der Theater-Kajüte angeht. Wie im Buch gibt dabei auch hier Matrose Ismael den Rhapsoden [… So] branden auch in ‚Play Moby Dick‘ immer wieder längere Passagen – beschwörend gesprochen und spürbar fasziniert von der rauschhaften Melodie der Sprache. Und dabei will man doch die Geschichte mal anders erzählen [… und] die durchaus interessante Konsequenz […] in der dieses soziale Experiment mündet: Keiner nämlich kann dem entfliehen, was er ist. Was geschrieben steht, steht geschrieben. Man schlägt dem Schicksal kein Schnippchen. Umgedreht funktioniert das Spiel. Eins, das immer wieder fatal auf Anfang springt. ‚Nennt mich Ismael‘ ist der letzte Satz dieser Inszenierung.“
Steffen Georgi, Leipziger Volkszeitung

STÜCKENTWICKLUNG nach Herman Melville

REGIE Carla Niewöhner
AUSSTATTUNG Sarai Feuerherdt
ASSISTENZ Jaya Demmer
WERKSTATTMACHERINNEN Sarah Peglow, Maria Wendland

MIT Margarita Wiesner, Max Fischer, Manuel Wagner

KO-PRODUKTION Werkstattmacher e.V. und LOFFT – DAS THEATER

PREMIERE 20.03.2017, LOFFT Leipzig

FÖRDERUNG Kulturamt der Stadt Leipzig

FOTOS Thomas Puschmann, Sarai Feuerherdt (Titelbild)

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